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Notizen "TagumTag"

 

"TagumTag" heißt das Notizbuch, das seit etwa 1993 auf meinem Desktop liegt und das mir, neben den papiernen Notizbüchern, als Arbeits- und als Tagebuch dient. Aus diesen Notizen habe ich hier eine Auswahl getroffen. Es sind Texte, Gedanken und Fragen, die auch heute noch für mich eine Relevanz haben, die mich noch immer beschäftigen, die stetig wiederkehren. Es sind Beobachtungen, Alltagbeschreibungen, Stimmungen, Protokolle von Gesprächen, die gerade, weil sie so unspektakulär aus meinem Leben und Umfeld erzählen, vielleicht etwas Dokumentarisches haben. Wahrscheinlich aber drückt alles zusammen genommen meine unaufhörliche Suche nach Gewissheiten und dauerhaften Einsichten aus.

 

Zwischen der deutschen Wespe und mir

Veröffentlicht am 28.09.2018

Eben wollte ich noch einmal in der Sonne oder unter der Sonne mein Mittagessen einnehmen, aber eine deutsche Wespe hat mich vertrieben. Sie hat nicht gesagt, dass ich weggehen soll und es wäre ihr wahrscheinlich sogar recht gewesen, wäre ich geblieben....

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Ich möchte nicht schreien

Veröffentlicht am 05.09.2018

Das Leben wäre nicht auszuhalten, hätte ich solche Sätze nicht, die mir andere Satzmeister geben: VIELES VERDANKE ICH DENEN, DIE ICH NICHT LIEBE(1). Wie könnte ich es sonst ertragen, was an Hass und stumpfer Verachtung immer grobschlächtiger auf die Straße geht? Jeden Tag....

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Das Menschentier und seine Technik

Veröffentlicht am 31.01.2018

Alles begann mit einem Bastelset, das wir unserer Tochter im Technikmuseum kauften und mit dem sie drei Roboter zusammenbauen konnte. Sie hatten kleine Motoren und wenn man die Kartonteile richtig zusammen steckte, bewegten sie sich. Um unsere Tochter weiter in das Thema einzuführen, zeigten wir ihr "Asimo" am Computer. "Asimo" ist dieser japanische weiße gesichtslose Roboter von Honda, der als erster wie ein Mensch gehen konnte. "Asimo" war niedlich und gefiel unserer Tochter. Er hatte einen grauen Kasten auf dem Rücken, der wie ein Rucksack aussah, darin befand sich seine Batterie, und er ging oder rannte mit gebeugten Knien und angewinkelten Armen. Er war ein Schulkind großer humanoider Roboter und dass sein Gesicht nur ein schwarzer gewölbter Monitor mit zwei Lichtpunkten war, störte uns nicht. Er war uns allen sympathisch und wir konnten nicht genug von ihm kriegen...

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Scharlach

Veröffentlicht am 25.01.2018

Unsere Tochter hat Scharlach, aber sie geht ab heute wieder zur Schule. Vierundzwanzig Stunden nach der ersten Einnahme des Antibiotikasaftes ist sie ansteckungsfrei. Sie isst und trinkt, hat kein Fieber und keine Halsschmerzen mehr, es juckt sie nur noch selten und die Zunge sieht nicht mehr ganz so wie frisch geschnittenes Steak mit Himbeergelee aus. Früher musste ein an Scharlach erkranktes Kind drei Wochen isoliert werden...

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Gestern auf dem Zuckerfest

Veröffentlicht am 29.06.2017

Ich komme auf den Hof der Gemeinschaftsunterkunft um Tonaufnahmen zu machen. Atmos vom Zuckerfest. Mit dem kleinen Aufnahmegerät in der Hand sehe ich aus wie eine Journalistin. Das gefällt den Leuten. Man schaut mich erwartungsvoll an. Vorfreudig, neugierig. Kommt auf mich zu, fängt an zu erzählen. Zwei junge kurdische Frauen aus Syrien und ein junger Landsmann von ihnen haben einen Stand aufgebaut, darauf Infomaterial, Farbstifte, Tiermasken zum Ausmalen. Sie stellen sich als "Family Guides" vor, sprechen ein überraschend gutes Deutsch und sind als mobiles Team in Gemeinschafts- und Notunterkünften unterwegs um denen zu helfen, die sich noch nicht so gut integriert haben wie sie. Sie arbeiten als Berater in Sachen Gesundheit, Bildung und Erziehung, freiwillig, vielleicht ohne Bezahlung, aber sie machen das und sind stolz darauf. Sie malen den Kindern der Storkower Straße Tiermasken und machen mit ihnen Gewinnspiele...

 

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Das bessere Kino

Veröffentlicht am 28.04.2017

Ein CineStarKino mit acht Sälen. Wir sitzen mit geschätzten dreißig weiteren Besuchern in einem für ca. 300 Besucher ausgelegten Kinosaal und schauen uns über die leeren Sitzreihen hinweg Kaurismäkis letzten Film "Die andere Seite der Hoffnung" an. Der Film ist lahm, die Gesichter aus Stein, die Geschichte schleppt sich von einer Schablone zur nächsten...

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Weit weg

Veröffentlicht am 04.04.2017

Katholisch erzogen, immer mit schlechtem Gewissen und hoher Moral, so gehe ich durchs Leben. Naiv, empfänglich für das romantische Gute, an Idealen festhaltend wie Jesus von Nazareth. Lästig ist mein Moralisieren häufig für andere und auch für mich. Es gibt der Probleme viele, sie stehen jeden Morgen mit uns auf. Die Welt ist ungerecht und appelliert an jemanden wie mich. Hilf, misch dich ein, fühle mit, tu etwas Gutes. Und tue ich nichts, so muss ich mich vor meinem eigenen Gericht und meinen eigenen Richtern erklären.

 

Du hast Basma nicht geholfen, die ihren Verlobten aus Homs nach Deutschland holen will.

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Eine andere Art von Ameise

Veröffentlicht am 05.10.2016

In den Schulferien, als wir uns in den wesentlichen Dingen des Lebens (Schlafen, Essen, die Umgebung erkunden) üben durften, in dieser begrenzten Zeit, in der wir nichts als uns selbst und die Sterne und Grillen, die schwankenden Wellen des Meeres, drückende Hitze und vollkommene Dunkelheit erlebten, hatte ich plötzlich diesen Gedanken, einem Ameisenstaat für wenige Wochen entkommen zu sein. ...

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Ausblick, Weitblick, Überblick

Veröffentlicht am 15.03.2016

Neulich das Gespräch mit drei deutschen Schriftstellern in der „Zeit“. Es ging um die Funktion der Literatur und eine ihrer Ansichten war, dass Literatur der Raum für Gegenentwürfe sein müsse. Sie kann also fordern die Grenzen zu öffnen, abzuschaffen, ohne sich um die realen Konsequenzen zu kümmern. Sie kann die Abschaffung des Systems fordern ohne wirklich zu wissen, welch besseres System es geben könnte...

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Mein Kraftsprech

Veröffentlicht am 05.11.2015

Gute Stimmung. Blick aus dem Fenster des „Elf“ auf den kleinen Arnimplatz. Rötliches Eichenlaub auf den Stufen, das gelbe Ahornblatt hängt noch, liegt schon. Hochstimmung. Seltsame Freude. Ein wie mit Stöpseln in den Ohren eingefärbter, leicht distanzierter, musikalisch verschönerter Blick. Es könnte jetzt vermutlich auch regnen...

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Der Einkauf

Veröffentlicht am 08.10.2015

Ich komme gerade von einem Einkauf nach Hause, mit zwei vollen Einkaufstüten und einer inneren Leere, einem Gequältsein, das nicht nur meine Füße mir signalisieren...

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Die Kleider unseres Kindes vom letzten Winter

Veröffentlicht am 14.09.2015

Und wieder ist es einmal so, dass ein Überblick nicht wirklich vorhanden ist, jede Erkenntnis von neuen Fragen verfolgt wird – da geht es mir sicher nicht anders als vielen. Ich bin angewiesen auf die Meldungen, Bilder und Nachrichten, die mir durch unsere Medien zur Verfügung stehen. Sie berichten von dieser Migrationsbewegung...

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Meine Würde bewahren

Veröffentlicht am 11.09.2015

Und während der ganzen Ferien und auch schon davor, während die Arbeit und die Besorgungen und Erledigungen, Behörden und Kindergeburtstage meine Zeit für sich in Anspruch nahmen, dieses mulmige Gefühl des Untätigseins angesichts der flüchtenden, zu uns wandernden Menschen...

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Ich war weg

Veröffentlicht am 09.09.2015

Ich war weg. Wo warst du? In den Ferien. Bei meiner Mutter. Mit meinen Freunden. Ich war nicht weit weg, aber sehr. Mein Leben ist sonst nicht so. So menschennah. So reich an Küssen und Umarmungen.

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Verspannung, erblich

Veröffentlicht am 13.07.2015

Dass ich einmal etwas über Geld und seine Auswirkungen schreiben, dass ich um dieses leidige Thema früher oder später nicht herum kommen würde, hätte ich eigentlich vorhersehen können.

 

Ich hatte noch nie ein entspanntes Verhältnis zu Geld und ich vermute, das ist erblich bedingt. Schon meine Großmutter konnte mit Geld nicht gut umgehen, denn sie hatte davon an keinem Tag ihres bäuerlichen Lebens genug. Wenn sie mich mit einem Einkaufszettel zum Dorfladen schickte, war ich mir sicher, dass die mit schrundigen Händen abgezählten Mark- und Pfennigstücke, die sie mir mitgab, nicht reichen würden...

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Unser Reichtum

Veröffentlicht am 02.02.2015

Oh wie arm wären wir, wenn wir unser Kind nicht bei uns hätten. Es möge immer unser Kind sein, so wie jetzt, so wie jetzt, so wie jetzt.

 

Wachse, wachse, natürlich, liebes Kind. Oh nein, wachse nicht.

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Ernst und Spiel

Veröffentlicht am 09.01.2015

Das Politische im Persönlichen finden, das wäre mein Ziel. Gerade auch weil mir in diesen Wochen zum wiederholten Male auffällt, wie sehr das politische Geschehen sich meinem poetischen Ausdruck entzieht. Je mehr ich mich mit den gesellschaftlichen, den politischen Geschehnissen befasse, je mehr ich, wie es so schön heißt, die Fakten checke, je mehr und häufiger ich mich allen möglichen Nachrichten- und Informationskanälen bediene, umso mehr werde ich zu einem Teil dieser politischen (John Williams würde sagen: äußeren) Welt. Ich fange an, Worte in meine Sprache hinein zu nehmen, die nicht die meinen sein sollten, ich bin einigermaßen informiert, verenge aber meinen Blick auf Positionen, auf Pro und Contra, auf Falsch und Richtig. Ich werde verunsichert, misstrauisch, immer unruhiger, aufgeputscht und panisch. Ich sehe Kriege, Gewalt, bürgerkriegsähnliche Zustände auf uns zukommen. Ich sehe mich abwechselnd mitten im Tumult, mit blutiger Nase, lauthals brüllend, weil mir ohnehin keiner zuhören will, und dann wieder sehe ich mich fluchtartig mit meiner Familie in die Schweizer Alpen auswandern.

So wichtig es ist, gerade in diesen Wochen, wachsam zu sein, ich spüre doch, dass eine gute Geschichte zu schreiben nur gelingen kann, wenn ich mich diesem Politischen, der Aktualität der Ereignisse auch wieder entziehen kann. Ich brauche eine andere, eine eigene Sprache,  brauche Abstand, um die eigene, oft widersprüchliche Wahrheit hinter den vielen hinaus posaunten Wahrheiten finden zu können. Je lauter es draußen ist, umso leiser sollte ich werden, je mehr es um DIE EINE Wahrheit da draußen geht, umso mehr sollte ich die Darstellung einer einzigen Wahrheit hinterfragen.

Es wird nicht leicht sein, die Lage ist ernst. Aber ich darf es nicht verlernen, das lustvolle Spielen.

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Meine Arbeit

Veröffentlicht am 21.08.2014

 Was mache ich? Nachdenken. Im besten Sinne des Wortes. Es geschehen Dinge und ich denke ihnen nach, hinterher sozusagen. Ich kriege sie gerade noch so zu fassen um sie mir noch einmal anzuschauen. Ich versuche sie zu begreifen, diese Dinge, die um mich herum geschehen...

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?Gerechtigkeit?

Veröffentlicht am 29.07.2014

Die wirklich unsere Staatskasse, unsere Demokratie schädigenden Steuerhinterzieher sind Ultrareiche und die weltgrößten Konzerne (darunter Google, Apple und Amazon). Allen voran ebenfalls die zwanzig größten DAX-Unternehmen (wie DHL, VW, Eeon, Siemens und wie sie alle heißen). Sie betreiben unzählige Tochtergesellschaften, geführt aus der Schweiz und Luxemburg oder Amsterdam, mit fiktivem Sitz in Steueroasen wie den Bahamas oder den Jerseyinseln, in Delaware, Hongkong oder Singapur. VW allein hat, der WDR Reportage von 2013 zufolge, 93 Tochtergesellschaften, die miteinander vernetzt und weltweit verzweigt sind. Und nach der Aussage eines Mitarbeiters des Netzwerkes Steuergerechtigkeit (Tax Justice Network) ist der (oft vorgetäuschte) Handel innerhalb dieser den Konzernen gehörenden Tochtergesellschaften höher als der Handel zwischen den Konzernen und ihren Konsumenten...

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Geben und Nehmen

Veröffentlicht am 27.07.2014

Was bedeutet es Geld zu haben? Wenig oder keines. Was bedeutet die Ungleichheit, in der die Menschen immer leben werden? Was macht dieses Geld mit uns? Wie wäre eine Gesellschaft, in der alle gleich viel hätten? Wer kann geben, wie viel und warum?

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Europa 2014

Veröffentlicht am 26.05.2014

Europa hat gewählt. In Ländern wie Frankreich und England haben die EU-Gegner, rechtspopulistische Parteien, die etablierten Parteien in den Schatten gestellt, in vielen Ländern eine alarmierend breite Wählerschaft hinter sich versammeln können. Jetzt spricht man in Frankreich schon von einem Referendum

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Das Gefühl von Freiheit

Veröffentlicht am 03.04.2014

Häufig, wenn ich nach meinen Runden am Rand des Fußballfelds stehe, um dort meine gymnastischen Übungen zu machen, denke ich bei den über mich einfliegenden Flugzeugen an zweierlei.

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Neid

Veröffentlicht am 05.02.2014

Da geht es jemanden besser als einem anderen. Vorher ist man Jahre lang etwa gleich dran gewesen. Man hatte gleich wenig und gleich viel zu kämpfen. Dann hat der eine einen Sprung  nach vorne gemacht, aus welchen Gründen auch immer. Er hat vielleicht einfach nur Glück gehabt, den besseren, besser bezahlten Job bekommen. Oder er hat geheiratet und die Beziehung ist sogar glücklich und stabil, so dass man auch längerfristig mit einer doppelt abgesicherten privaten Wirtschaftseinheit rechnen kann, während der andere nie geheiratet hat, schon aus Prinzip nicht, aber auch aus Eigensinn nicht und jetzt allein erziehend da steht und lebt und dadurch finanziell und, nein, in allen Bereichen, Nachteile hat. Diese Person kann nicht ganztags arbeiten gehen oder an ihr sind, weil sie auf die Kinder aufpassen musste und muss, die Aufstiegschancen vorbei gezogen, sie muss eine Wohnung allein finanzieren (wie übrigens auch ihr ehemaliger Partner ein ähnliches Los gezogen hat).

 

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Am Ende der Spiegel

Veröffentlicht am 25.10.2013

Der Tod ist für jede Beziehung ein Endpunkt, egal, wie sie war. Er ist wie ein klarer Spiegel, ans Ende eines Menschenlebens gestellt, in dem sich der Sterbende und seine ihm nahestehenden Begleiter noch einmal sehen können und müssen. Der Tod sagt, bis hierhin, nicht weiter. Sprecht jetzt, versöhnt euch, sofern ihr das müsst, bringt euren Bogen zu Ende. Es kann wie im Film sein, groß und wahrhaftig, erlösend, wenn man das will, wenn man das zulassen kann. Oder es ist eine Zumutung, zusammen in diesen Spiegel zu sehen. Man findet die letzten bedeutenden Worte nicht mehr, man hat sie vielleicht nie gefunden und sucht sie auch nicht. Das ist dann auch möglich. Niemand macht wirklich irgendwas falsch, im Beisein des nahenden Todes. Kann sein, dass man dem Sterbenden manchmal zu laut spricht, dass man in seinen Ohren nur plappert, ihn interessiert jetzt das meiste nicht mehr. Kann sein, dass man den Kaffee oder Tee zu heiß an sein Bett bringt. Dass man nur schweigt, weil einem nichts einfällt. Dass man sein Jammern nicht mehr versteht, dass ihm das Aufrichten weh tut, dass ihm die Frischluft zu kühl ist. Kann alles sein, aber man braucht es nicht fürchten. So jedenfalls habe ich das bei meinem Vater erlebt. Der Tod und das Sterben ist etwas, mit dem wir lernen können umzugehen, wie mit allem. Der erste Sterbende ist wie die erste Geburt. Überwältigt steht man davor und wird durch dieses Erleben ein anderer, stärker und tiefer im Leben verankert. Es gibt diese Ängste davor, die Angst nicht zu wissen, was da zu tun ist, wie man das aushalten kann. Wenn man aber dabei ist, dann handelt man instinktiv richtig. Man wächst und man scheitert, wächst durch das Scheitern, wächst vielleicht über sich selber hinaus. Man wird ein anderer werden. Das wollte ich sagen mit NICHT GENUG: Dass dieses sich Einlassen, Aussetzen, Ausnahmezustände leben, dass dieses sich selbst Überwinden wertvoll und gut ist. Dort wo die Angst sitzt, sollte man rein.

 

 

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Tröstlich

Veröffentlicht am 23.10.2013

Die Gegenwart ist die stärkste Zeiteinheit, der sich aufreihende Augenblick, dieser Moment und dann schon der nächste. Natürlich denken wir an die Toten, wir erinnern uns an sie, aber im selben Moment atmen wir, spüren wir uns selbst, unseren Hunger, unseren Rücken, oder unsere Augen reagieren auf etwas, was wirklich noch da ist und die Erinnerung fällt ins Flüchtige, Nebelhafte zurück. Das Vergangene festzuhalten ist nicht möglich, oder nur dann, wenn wir uns ganz bewusst darauf konzentrieren es zu bewahren, wenn wir es uns mit Fotografien oder Filmen oder Tonaufnahmen wieder sinnlich erlebbar machen oder wenn wir es aufschreiben oder malen, uns bemühen unsere Erinnerung zu Papier zu bringen, dann und nur dann hat das Vergangene genügend Kraft und Anziehung und gewinnt eine Präsenz, die ähnlich stark wie das Gegenwärtige sein kann, das uns umgibt.

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